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Kapitel III
Geplant war ein Törn entlang der zentralamerikanischen Küste bis
Panama. Anschliessend durch den Panamakanal und weiter zu den Westindischen
Inseln. Abschliessend zurück nach Kanada. Eine Strecke von rund 10,000
Seemeilen. Im Stillen hegte ich die Hoffnung, dass ich vor dem Kanal schon die
verflixte astronomische Navigation kapiert haben würde, um einen drastischen
Haken nach rechts zu schlagen — in die Südsee!
Am frühen
Morgen des 20. Februar, 1963, sagten wir so
long zu den paar Freunden, die von unserem Vorhaben wussten. Wir wollten
keine Fanfaren, Fernsehkameras oder Zeitungsreporter, denn wir wollten uns einen
eventuellen Weg zurück nicht durch irgendwelche prahlerischen Aussagen
erschweren. Wie peinlich so etwas sein kann, erfuhren wir durch eine
Nachbaryacht, die drei Wochen vor uns losgesegelt war. Es war ein
Medienspektakel ersten Ranges; genau was die Familie wollte. Zehn Tage später
waren sie wieder zurück und benahmen sich aus Scham wie geprügelte Hunde.
Angeblich war es ihr Kind, welches die Mutter zu einem nervlichen Wrack
reduziert hatte. Nach
Passieren der Molenköpfe lagen wir in einer Flaute, und der Motor wollte auch
nicht anspringen. Die kurze Entfernung bis San Diego dauerte zwei Tage. Ein bedrückender
Anfang! Erstaunlich,
mit welcher Ausdauer ich die nächste Stunde das Paddel geschwungen habe. Sicher
ein exzellentes Training, um mein Übergewicht zu reduzieren. Ausgepumpt, nach
Luft schnappend, gab ich mich sofort daran, den nutzlosen Motor, der obendrein
eine völlig freie Fahrt genoss, zum Laufen zu bringen, während Siggi mit dem
Paddel weiter arbeitete. Eine halbe Stunde später lief er — Halleluja! Sofort
pumpte Siggi den Primus auf, um den Erfolg mit einem Becher Kaffee, veredelt mit
etwas Rum, zu feiern. Glücklich und zufrieden sassen wir dann im Cockpit und
schlürften das edle Nass. Der Nebel und Brecher konnten uns nichts mehr antun,
denn wir waren auf einem sicheren ablandigen Kurs. Plötzlich
wieherte der Motor wie ein greiser Gaul und blieb stehen. Wir auch! Siggi schrie,
Oh, my God . . . .! Ich schmetterte,
bloody hell! Schon vorher hatten
wir von Seetang gehört, jetzt sassen wir inmitten eines grossen Feldes dieser
Schlingpflanzen. Wir waren echt sauer. Sicher verankert, verputzten wir erst
einmal den Rest des Getränkes. Als wir das kostbare Nass so runterschlűrften
meinte Siggi, „Sag, Hein, haben wir bei
unserer Planung jemals an Flaute gedacht
. . . an Nebel?“ „Und
an. . . und an . . . und an . . .
nein!“ vervollständigte ich das Gespräch. In
Ensenada klarierten wir für Mexiko ein. Gern hätten wir diese typische
Grenzstadt etwas näher besucht, aber bis Panama war es noch ein weiter Weg–3,500
Seemeilen—und diese Strecke musste in der zyklonfreien Saison, vor Ende Mai,
geschafft werden. Also trieben wir, (Wind blieb ein Wunschgedanke) zwei
Tage später, mit einer günstigen Strömung gen Süden.
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