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Thlaloca
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XXII
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Thlaloca
Rund
Um Die Welt
Hein
Zenker
mit
Sigrid
Zenker
Illustriert
Windjammer
Books
89
Forest Haven Dr
.
White Stone, VA 22578-2605
USA
Copyright:
Alle Rechte vorbehalten! Ohne ausdrückliche Erlaubnis der Autoren darf
das Werk, auch nicht Teile daraus reproduziert, übertragen noch kopiert
werden, wie z.B. manuell oder mit Hilfe elektronischer und mechanischer
Systeme inklusive
Fotokopien, Bandaufzeichnungen und Datenspeicherung.
Thlaloca
rund um die Welt
Copyright© Hein&Sigrid Zenker
ISBN 9658773-1-0
Widmung:
Gewidmet ist das Buch meiner phantastischen Frau, die mit
mir
durch dick und dünn gegangen ist und alles mit mir teilte,
die
Träume, die Realität, das Berauschende, die Langweile
und harte
Arbeit, die Romanze und manchmal furchtbare Angst. An
meiner Seite war und ist sie unentbehrlich, denn sie
bleibt für
mich
the
wind beneath my wings!
Und
meiner ebenso wundervollen Tochter Margitta, die den
Glauben an mich nicht aufgab, doch viel zu lange warten
musste.
Anerkennung:
Wir
danken unserer Tochter Margitta und Schwiegersohn
Edgar,
sowie Antje und Hobe Hein für die Mithilfe,
das
Manuskript zu korrigieren. Besonderen Dank
gilt
der Deutsche
Presse in Toronto, Kanada.
Inhaltverzeichnis
Einleitung
Inspiration
Kapitel
. . .
I Ein
Neues Land
II
Kalifornien
III
Es
geht los . . .!
IV
Schiffbruch
V
Zentralamerika
VI
Corinto, Nicaragua
VII
Puntarenas, Costa Rica
VIII
Der Golf von Panama
IX
Die Südsee
X Von
Fiji nach Neuseeland
XI
Neuseeland
XII
Kurs Australien
XIII
Der Indische Ozean
XIV
Ruderlos im Indischen Ozean
XV
Mauritius bis Südafrika
XVI
Das Kap der Guten Hoffnung
XVII
Zu den Westindischen Inseln
XVIII
Wir schliessen den Ring
XIX
Rolling Home
XX
Unser letzter Törn mit Thlaloca
XXI
Deutschland—Spanien
XXIISpanien—Kanarische
Inseln—USA
EINLEITUNG
THLALOCA RUND UM DIE WELT schildert unsere Weltumsegelung mit einer kleinen
Segelyacht, namens Thlaloca (Göttin des Wassers in der Mythologie der Azteken).
Geboren wurde sie aus
dem Wunsch heraus, unseren Lebensstil grundsätzlich zu ändern; wir hatten
genug vom eintönigen Leben in einer kleinen
Bergwerkstadt im Norden
von Ontario, Kanada.
Thlaloca war sicher ein kleines Boot – 6,27 Meter lang und etwas über zwei Meter
breit – wohl die Mindestgrösse, in welcher zwei Personen den Wunsch einer
Weltumsegelung verwirklichen können. Dass das Boot den Strapazen der Ozeane
gewachsen war, dafür zeugte Trekka (der Prototyp), die zur Zeit unseres Bauens mit Eigner John Guzzwell auf
Weltreise war.
Das Boot wurde von der erstklassigen englischen Firma Laurent Giles &
Partners entworfen. Von der allgemeinen Seetüchtigkeit her gesehen stand sie in
keinem Schatten anderer Yachten. Vor allen Dingen hatte sie die Ausstrahlung –
und das Wichtigste, sie vermittelte das Gefühl, man kann ihr vertrauen. Obwohl
sehr erwünschenswert für eine weite Segelreise, fehlten Raum und Komfort. Aber das
ging von der Grösse her ebennicht.
Dieses schmucke
Schiffchen war zwölf Jahre in unserem Besitz und wir lebten sechs davon auf ihr
an Bord. In dieser Zeit segelte sie uns sicher 55,000 Seemeilen über alle
Ozeane. Siggi und ich bauten das Boot am Ufer der Georgian Bay in Ontario,
Kanada. Noch unfertig luden wir sie auf einen Bootshänger und brachten sie nach
Kalifornien, wo sie das Wasser des grössten aller Ozeane, des Pazifiks, küsste.
Das war 1962, also vor langer Zeit. Von dort aus segelte sie uns in den
folgenden vier Jahren um die Welt.
*
* *
Im Juni 1968 segelten
wir auf Grosskreiskurs von New York bis Falmouth, England. Geplant waren dafür
etwa dreissig Tage, doch dauerte der Tõrn 41. An und für sich war Thlaloca ein schnelles Boot, aber das Wetter war
schlecht und der Wind viele Tage gegen uns. In Deutschland angekommen, sahen wir
in "Vater" Rhein den schnellsten Weg, die südlichen Breiten zu
erreichen. Via die Mosel erreichten wir die französischen Kanäle. In einem von
ihnen trafen wir auf die amerikanische Yacht Yankee, mit ihren Eignern Irving und Exy Johnson. In der nächsten
Schleuse überreichte uns Irving das Ende einer Leine mit den Worten: "Wenn
ihr mit uns kommen möchtet, dann haltet fest!" Für die nächsten drei
Wochen liessen wir die Leine nicht mehr los!
Vom Mittelmeer aus, segelten wir entlang der spanischen Küste bis
Gibraltar. Weiter ging es über Marokko, die Kanarischen Inseln, zu den
Westindischen Inseln, und über die Bahamas zu den Vereinigten Staaten. In der
Chesapeake Bay wollten wir nur für eine Woche kanadische Freunde besuchen. Als
wir den Rappahannock River hochsegelten und die herrliche Landschaft rundum
bewunderten, bewegte uns intensiv der Gedanke, wie schön es doch wäre, wenn
wir diese bezaubernde Gegend unsere Heimat nennen könnten. Keinen Mast mehr
legen zu müssen; nicht mehr Hunderte Kilometer motoren und viele Schleusen zu
passieren, um den Ozean zu erreichen. Und im Winter nie wieder so viel frieren!
So wurde das Northern Neck in Virginia für die folgenden Jahre unsere neue
Heimat, bis wir eines Tages in unsere alte Heimat Kanada zurückkehren sollten.
Hier verkauften wir schweren Herzens unser Baby Thlaloca, und bauten unser neues Schiff, die Thlaloca Dos. Das aber ist eine andere Geschichte.
Abschliessend sei bemerkt, dass es Ziel meiner Erzählung ist, den enormen
Beitrag meiner Frau zu würdigen. Egal wie hoch man die Urkunde eines
Heiratsvertrages wertet, . . . Freude und Leid teilen bis . . . ! Das
Fahrtenleben mit einem kleinen Boot ist eine andere Welt; eine Umgebung von
Ungewissheit und Entbehrung, wo eine Ehe nur Bestand haben kann, wenn der
schriftliche Vertrag mit dem Gefühl inniger Kameradschaft ergänzt wird. Sigrid
ist tapfer, treu, entbehrungsbereit. Über alles, sie ist charmant, die mit
fraulicher Ausstrahlung beeindruckt, ohne dass sie ihre reichen seemännischen
Kenntnisse zur Schau trägt. Sie ist der Superstar der Show – Pass the bottle!
*
* *
Manches in unserem
Bericht wird Lesern fremd und gar reichlich unverständlich sein. Denen sei
damit geholfen, dass sie bedenken, dass unsere Weltumsegelung 43 Jahre
(1963-66) zurück liegt. Eine Zeit, wo die navigatorischen Hilfsmittel
ausschliesslich Kompass, Sextanten und Chronometer (in unserem Fall ein Radio,
das Zeitzeichen empfing) waren. Natürlich auch die nötigen Unterlagen, wie
Tabellen, Seekarten und Seehandbücher. An elektronischen Geräten gab es noch
kein LORAN,
GPS
, Tiefenmesser, etc. Keine Funk(sprech)geräte wie heutige Ultra-Kurzwelle-
oder Ein-Seitenband-Geräte. Was es gab waren Röhrenapparate, sehr gross und
mit so hohem Stromverbrauch, dass sie für Durchschnittsyachten ungeeignet waren.
Ausserdem waren diese Geräte so teuer, dass nur die reichsten Yachteigner sie
sich leisten konnten. In dieser Kategorie kannten wir nur eine Yacht. Auch gab
es damals keine Rettungsinseln oder EPIRBs.. Noch etwas sollte nachdenklich
machen: trotz aller heutigen exotischen Hilfsmittel gibt es heute,
unverstaendlich hohe Totalverluste. Vielleicht waren wir mit unserem primitiven
Navigationsmitteln vorsichtiger!
Zusammenfassend
sei
gesagt: Zu jener Zeit stach eine Yacht in See und niemaqnd hörte von ihr, bis
sie wieder Land erreichte. Geschah ein Unglück, lag es voll auf den Schultern
der Person oder Personen an Bord, die Panne zu meistern um zu Überleben oder
davor kapitulieren; denn eines war sicher, kein Hileruf reichte jenseits des
Horizontes. Trotz all unserer Pannen und Krisen können wir mit Genugtuung sagen,
wir haben mit nseren Leichtsinn (wie manche es verstehen werden) keinen aussenstehenden Menschen in
Gefahr gebracht. Anders als heute, wo bei der geringsten Panne das erste
Hilfsmittel die „Strippe“ ist, und eine Rettung, egal bei welcher Wetterlage,
als selbstverständlich angenommen wird!
Siggi und Hein
(An Bord der St. Briac—Photo bei Didier Depret)
INSPIRATION
Der Anfang meines ungewöhnlichen
Lebensstils geht auf das Jahr 1951 zurück; jenes Jahr, als ich nach Kanada
auswanderte. Als Holzfäller began ich meine erste Arbeit. Es war ein isoliertes
Leben inmitten riesiger, wild wuchernder Wälder, unzähliger Seen mit
kristallklarem Wasser und Hunderte Kilometer entfernt von jeglicher Zivilisation.
Es gab kein Fernsehen, Radio oder die Tageszeitung. Unsere täglichen Begleiter
waren harte Arbeit, die Gesellschaft der Mitarbeiter, Schnee, Kälte, und immer
das phantastische Panorama der Natur. Mein Gott, wie beeindruckend, und wie habe
ich das alles geliebt!
Natürlich, war die englische Sprache vorerst ein Problem. Doch wir
Immigranten waren bemüht, diese mit dem Lesen von Büchern zu erlernen. Die
Zahl der Bücher in der Camp Bibliothek war beeindruckend. Überwiegendes Thema
der Bücher waren abgedroschene Cowboy-Geschichten, die mir zu dieser Zeit sehr
imponierten.
Punkt neun Uhr abends erloschen die Lichter, wenn die Diesel Generatoren
abgestellt wurden. Gleichzeitig war es für jeden von uns das Signal, die „Klappe“
zu halten, eine Anweisung, die wir jungen Burschen für unerträglich hielten.
Die ältere Generation, meistens Farmer in den vierziger Jahren (ihre Feldarbeit
ruhte während des Winters) waren im Gegensatz zu uns „alte Leute“, dafür
aber alte Hasen, was das Campleben anbetraf. Sie hatten diktatorisch (mit
Unterstützung der Campleitung natürlich) die besten Plätze im bunkhouse (Baracke)
belegt – nämlich die Leeseite. Wir, unerfahren aber ungemein begeistert,
hatten unsere Kojen an der Luvseite, wo die undichten Stellen zwischen den
Planken für unerwünschte Abkühlung sorgten. Oftmals, wenn der steife, kalte
Nordwind auf der Wand stand, war es in den Kojen nicht auszuhalten, wir
versammelten uns dann um den ewig brennenden Kanonenofen, um unsere klappernden
Gebisse zu beruhigen. Und dann nicht sprechen dürfen?
Nun, die zwei Stunden oder die Zeit, die wir
täglich für Sprachübungen zur Verfügung hatten, war gering. Aber was immer
wir an neuen Worten auf Lager hatten, erprobten wir an unseren kanadischen
Mitarbeitern während des Tages (die sich über unsere Aussprache sicher sehr
belustigt haben). Doch waren sie stets hilfsbereit. Wie ich mich erinnere, fand
man in der ganzen Bibliothek nur ein seriöses Buch, eine Biographie über George Washington (erster
Präsident der Vereinigten Staaten), das versteckt und verstaubt im obersten
Fach lag. Neugierig erkundigte ich mich, wer dieser Mann überhaupt ist. Und da
ich politischen Büchern
schon damals immer den Vorzug gab, wurde
dieses Buch meine Hauptlektüre, obwohl mir mein stümperhaftes Englisch den
vollen Genuss des Geschriebenen versagte. Wenn immer ich über den Sinn der
Worte in Schwulitäten war, unterstützte mich mein Freund Fritz Higgelke, der
als Ex-U-Boot-Kommandant sehr gut Englisch konnte. Für mich war es letztlich
egal was ich las, solange ich Worte lernte, mit denen ich meinen kanadischen
Kumpels auf den „Wecker“ fallen konnte. Um es kurz zu machen: ich traf beim
Lesen des Buches auf ein Zitat dieser historischen Person, die wie ein Stern im
leuchtenden Himmel meinen Kurs für die Zukunft setzte:
„Es
ist viel besser, grosse Dinge zu wagen, um glorreiche Triumphe zu
erringen, auch wenn man dabei ab und zu verliert, als dass man sich mit
jene
armen Geistern auf eine Stufe stellt, die wenig Freude haben oder
leiden, denn sie leben im grauen Zwielicht, das weder Siege noch
Niederlagen
kennt.“
Diese Worte schrieb ich vor fünfzig Jahren
sorgfältig auf ein Stück Papier, sehr bedacht, dass ich sie fehlerlos
kopiere. Den Zettel steckte ich in meine Brieftasche, welche ausser einigen
Bildern von meiner kleinen Tochter in Deutschland,ein sehr wichtiges Dokument
barg – die Kursrichtung meines Lebens. Dieses Zitat, obwohl über die Jahre
oftmals erneuert, findet man heute noch dort.
Für den Kleinlichen mögen diese Worte pompös
klingen: als Zielsetzung eines normalen jungen Burschen, der bemüht war,
traditionelle Werte zu ignorieren – das soll mich nicht stören! Für mich
jedenfalls war es ein Signal, der Plackerei des „Acht bis fünf“ Rituals zu
entgehen, denn wir sind alle frei, nach den Sternen als unser Ziel zu greifen.
Nenne es Ruhm – wenn dies das Wort dafür ist. Misslingt es, kein Problem,
denn wir können es entweder wieder versuchen oder aufgeben, solange wir
vermeiden, „. . . zu leben im grauen Zwielicht, das keine Siege kennt, aber
auch keine Niederlagen.“ Das war die Inspiration, die ein kleines Schiff auf
Weltkurs steuerte. In ein Abenteuer, dessen Erfolg uns (Siggi und mich) mit
Ehrfurcht erfüllt. Denn was wir gesehen und erfahren haben, ist der unübertreffliche
Reichtum der Natur in all ihrer Pracht, ihrer Schönheit und Anmut, und die
selbstlose Hilfsbereitschaft aller Menschen unseres practvollen Planeten Erde.
Kapitel
I
EIN
NEUES
LAND
Das Seemannsleben war für mich nichts fremdes. Schon mit vierzehn Jahren wurde
ich damit vertraut, als ich mich in der Seefahrtschule in Elsfleth zur
Ausbildung meldete. Danach ging es an Bord eines Frachtschiffes.
Mein Grund der Handelsmarine beizutreten, war ein Bestreben, mit meiner
bescheidenen Kraft unserem Vaterland in der Not des Krieges zu helfen, welches
die Pflicht eines jeden Bürgers sein sollte — und sein muss!
Ein Teil des Einsatzes bestand in der Versorgung einer deutschen Armee, die in
Kurland abgeschnitten war. Unglücklicherweise lag der minenfreie Seeweg dicht
entlang der Küste, wo es für die Russen leicht war, uns aus schweren Kanonen
zu beschiessen. So schmolz meine anfängliche Begeisterung auf den Nullpunkt —
ich wollte helfen, aber dabei nicht mein Leben verlieren! In meiner jugendlichen
Phantasie hatte ich vom blauen Meer geträumt; von Schiffen, die friedlich ihren
Weg durch dieses faszinierende Element bahnen; fremde Länder besuchen und mit
Menschen über Dinge plaudern, die fern von Hass und Vernichtung liegen. Kurz,
mich erwartete das Gegenteil von dem, was ich mir vorgestellt hatte.
Als Repräsentant dieser Traumwelt erschien wie ein Wunder die Brigantine Horst
Wessel (heute das US. Coast Guard Schiff Eagle). Total verlottert
lag sie in einem der Ostseehäfen. Trotzdem sah ich sie, wie ich sie sehen
wollte – ein stolzes weisses Schiff unter Passatbesegelung, ihr schnittiger
Klipperbug durchfurcht das Wasser der Weltmeere; getrieben von lauen Winden südlicher
Zonen berieselt die Gischt der Wellenkämme zart das Deck, und über allem
blähende Segel, die wie weisse Wolken im sanften Blau des Himmels dahineilen. Während späterer
Besuche wurden wir Lehrjungen der im Hafen liegenden Schiffe zwecks Feuerlöschübungen
unter Leitung der Kriegsmarine an Bord der Horst Wessel befohlen. Es
waren begeisterte Stunden, um meine Neugier zu stillen.
Schulschiff
Horst Wessel (heute USCGS Eagle)
In der Vorstellung eines Segelschiffes sah ich
meine Zukunft; hörte ich den Wind in der Takelage und roch den nostalgischen
Duft der Südseeinseln. Ich sah mein eigenes Schiff — Thlaloca —
ich war vierzehn und ein Romantiker.
An Bord des Schiffes wurde ich Zimmermannshelfer. Man sollte glauben, dass
eiserne Schiffe vorwiegend von Stahl gebaut sind. Wenn ich daran denke, wie viel
Arbeit es gab beschädigtes Holz zu reparieren, kann man diese Anahme
leicht in Frage stellen. Besonders nach einer Erzladung in Schweden zum Beispiel
waren zahlreiche Überstunden nötig, die entstandenen Schäden zu beheben; oder
wenn empfindliches Kriegsgut gesichert werden musste. Zu meinem Glück war mein
Vorgesetzter auch ein begeisterter Bastler, der jede freie Minute ausnützte
hervorragende Schiffsmodelle zu basteln. Es war mir ein Vergnügen, ihm in
jeder meiner freien Minuten bei der präzisen Arbeit zuzuschauen — und zu
beneiden. Später traute er mir genug, so dass ich seine Werkzeuge bei meinen
eigenen Bastelversuchen benutzen durfte. Diese Erfahrung in meinen jungen Jahren
im Umgang mit Holz wurde später mein Lebenserwerb–letzten Endes baute diese
Erfahrung unsere zwei Schiffe, die die Weltmeere kreuzten!
Dass es mit Deutschland schlecht aussah, merkte ich am 8.Mai 1945, der Tag der
Kapitulation. Das Ende des Krieges war dann auch das Ende meiner
Seemannslaufbahn. Die Schiffe, die den Krieg überlebten, wurden von den
Alliierten beschlagnahmt, und unsere Besatzung fand sich in einem englischen
Auffanglager als Gefangene wieder. Alle Mitglieder der „früheren deutschen
Handelsmarine“ wurden zu Mitgliedern der Wehrmacht erklärt, und daher auch
wie jeder andere Soldat betrachtet und behandelt.
Bald wurden Freiwillige gesucht, um die Wasserstrassen im Ärmelkanal und vor
der deutschen Küste von Minen zu säubern. „Anstatt unabsehbarer Zeit im
Lager versprechen wir euch die Freiheit innerhalb von sechs Monaten.“ Mit
diesen Worten wurde geworben.
Mein Grossvater, ein Veteran des Ersten Weltkrieges, hatte einen ganz überzeugenden
Ratschlag: „Melde dich nie freiwillig!“ Hier tat ich es trotzdem! Genauso
wie ich unbedingt Seemann werden wollte, wurde ich jetzt Minensucher. Auf alle Fälle
war das etwas Neues.
Der Job war nicht gerade der beste. Dafür war das Essen aber gut — zumindest
die Menge — ein Vorteil, den die überwältigende Mehrheit unseres Volkes
nicht hatte. Ich hatte wieder Planken unter den Füssen, und das war erst einmal
numero uno!
Die neuen Planken waren nicht sehr gross, etwas über 30 Meter lang und 7 Meter
breit. Räumboote wurden diese Schiffe genannt. Angetrieben von zwei starken
MAN
-Dieselmotoren,
erreichten sie eine Geschwindigkeit bis 24 Knoten. Diese Kraft war erforderlich,
um die schweren Räumgeräte zu schleppen.
Nun, es wurden nicht sechs Monate,
die Wasserstrassen einigermassen von Minen zu säubern, sondern siebenundzwanzig.
Der Umfang dieser Operation ist am besten an einem Beispiel zu erkennen:
Millionen von Minen wurden von den kriegsführenden Staaten in riesigen Arealen
ausgelegt. Natürlich waren diese Felder genau dokumentiert, allein zur eigenen
Sicherheit. Aber Wettereinflüsse über die Jahre, besonders Stürme, vertrieben
die Minen über weite Gebiete. Das machte eine Ortung für uns fast unmöglich.
Innerhalb eines Feldes, das hunderttausend Minen enthalten sollte, fanden
wir oft nur Dutzende. Der Rest war entweder abgetrieben oder abgesoffen — aber
besser die als wir!
Ein Vorteil dieser Zeit ergab sich für viele von uns in der Chance irgendeiner
Fortbildung. Inmitten hunderter von Männern unserer Flottille und dem
Begleitschiff gab es hochqualifizierte Personen aus fast jedem handwerklichen
oder akademischen Beruf, die, um der Langweile zu entgehen, Lehrkurse abhielten.
Unser „Lehrer,“ der im Zivilberuf im Konstruktionsbüro für Jachten bei
einer Werft in Bremen tätig war, war sicher eine „Kanone“ in seinem Fach,
allerdings mit einem Lehrstil, der sehr den preussischen Kommiss ähnelte.
Dieser Stil nervte uns damals gewaltig — heute bin ich ihm dankbar. Uns wurde
versichert: „Diese Kurse werden nach Eurer Entlassung von den zuständigen
Instanzen als legitime Berufsausbildung anerkannt“.
Meine Entlassung erfolgte am 2. Dezember 1947. Arbeitsangebote im westlichen
Teil Deutschlands gab es genug, aber ich wollte in meine Heimat, in die Ostzone.
Zuhause angekommen, bekam ich am folgenden Tag die Aufforderung, mich zwecks
Entlausung und für eine ordnungsgemässe Gesundheitsbescheinigung (wir waren ja
kapitalistisch verseucht) sofort im Entlassungslager in Leipzig zu melden.
Instruiert von den neuen Herren in the block wurden wir in den
folgenden sechs Wochen von der kapitalistischen Seuche gereinigt und
kommunistisch gesund geschrieben — das ging ganz einfach mit einer drastischen
Hungerkur! Danach war ich wieder ein freier Mensch!
„Freier Mensch“ war sicher ein zweideutiger Begriff. An was ich mich am
besten erinnere war Hunger. Wenn wir abends im Bett lagen und der Magen vor
Hungerschmerzen grollte, erinnerte ich mich an Worte meiner Mutter: „Deck dich
fest zu, damit dich der Hunger nicht sieht.“ Es waren Worte, die ihr bestimmt
nicht leicht fielen.
Diesem Zirkus wollte ich entfliehen. Ich hatte die intensive Propaganda satt,
die eine glänzende Zukunft versprach, gepredigt von den kommunistischen
Herrschern, welche die Ideologie wohl sehr gut verstanden aber wenig von
gesunder Wirtschaftspolitik. Was immer das Volk erarbeitete, wurde von den
Liebhabern der Arbeiterklasse, der Sowjetunion, brutal abgeräumt. Dazu kam der
Unterhalt für die Volksarmee, die in keinem akzeptablen Verhältnis zur
Produktivität des Volkes stand. Dass dieses ungesunde Theater 1989 ihr
ruhmloses Ende gefunden hat, dafür haben wir jeden Grund dankbar zu sein.
Noch bevor das grandiose Denkmal des Arbeiterstaates, „Die Mauer“, erbaut
war, schlich ich mich mit wenigen Klamotten und noch mit dem alten Seesack über
die Zonengrenze in den anderen Teil Deutschlands, indem die Sonne offenbar
heiterer schien. Nun, wie sah es dort aus?
Dort baute man intensiv riesengrosse Hotels und Banken, als visuelle Merkmale
des Kapitalismus. Herr Adenauer versprach der deutschen Jugend, nie wieder
Waffen tragen zu müssen. Kurz vor meiner Auswanderung debattierte der Bundestag
über die Frage taktischer Nuklearwaffen für die neue deutsche Armee. In den
ersten Nachkriegsjahren hiess die Parole der Jugend „Ohne mich!“ Am
lautesten gesprochen von denen, die 5½ Jahre ihre Pflicht taten und als Dank
heute noch als Verbrecher missachtet werden. Diese ganze zweideutige Rhetorik
hatte ich satt.
Als Kanada für Holzfäller warb, warf ich meine Werkzuge in die Ecke und rannte
zum Arbeitsamt.
¯ ¯
¯
Mitte Oktober 1951 stampfte der ehemalige
Truppentransporter Fairsea gegen heulende westliche Winde und hohe See
gen Westen — einem neuen Land entgegen. Das Schiff hatte keinen Luxus; die
Kabinen waren grosse Räume mit gestapelten Kojen. Der Lärm war oft störend,
schon vom ewigen Kommen und Gehen, am schlimmsten aber, wenn der Mann in der
oberen Koje seinen Mageninhalt der Person in der unteren Koje in das Gesicht
spuckte. Dann gab es Krach. Die Waschräume sahen verheerend aus, die Toiletten
waren oft verstopft. Die Besatzung stand mit langschäftigen
Stiefeln und Feuerlöschschläuchen bereit, der stinkenden Situation Herr zu
werden.
Eines Tages, als die See sich von einer angenehmen Seite zeigte, stand ich am
Bug und beobachtete mit steigernder Begeisterung die Bewegungen des Schiffes und
dachte mir: einmal wird ein Schiff mein sein, ich werde Kapitän sein und ich
werde es dorthin führen, wo meine Träume liegen — über den Äquator, in die
Südsee, wo grüne Palmen schwanken, wo bunte Korallenriffe schimmern, wo das
glasklare Wasser einladend am Rumpf plätschert. All das, was sich in ein paar
Jahren erfüllen sollte, mit Thlaloca und meiner prächtigen Frau —
Siggi.
Nach zehntägiger Überfahrt, landete unser Schiff in Quebec City, in Quebec,
einer der Provinzen Kanadas. Der Eintritt in ein fremdes Land ist dramatisch,
denn wo der sprachliche Umgang fehlt, ist man zwangsläufig auf andere
angewiesen. Mit einer „Hundemarke“ um den Hals warteten wir auf das, was
dort geschehen sollte. Allerdings war alles sehr überlegt organisiert: das Rote
Kreuz war dort und alle kirchlichen Organisationen, die ihre Unterstützung
anboten. Bald wurden wir in Züge verladen, und ab ging es, für viele von uns
in die Urwälder in Kanadas Norden. Die Arbeit war schwer, das Klima hart, aber
das Essen hervorragend. Fern von der Zivilisation, als Unterhaltung nur die
anderen Arbeiter, fühlte ich mich wie Jack London oder eine fiktiven Person in
einer Erzählung von Karl May. Die Einsamkeit, die raue, nackte Natur, das
Primitive, all das liebte ich. Es ist ein Erlebnis wie auf hoher See, wo die Überlebensgrenze
immer in Sichtweite ist. Zugegeben, ich bin rastlos, vielleicht ein geborener
Abenteurer. Vielleicht scheue ich die Verantwortung einer vorprogrammierten
Lebensführung. Ich weiss es nicht.
Jedenfalls konnte ich das Ende meiner Verpflichtung kaum abwarten, um endlich
das riesige Land zu entdecken. Während der nächsten Jahre wanderte ich von
einem Ende des Landes zum anderen. Ja, bis mich ein wundervoller Mensch, eine
Frau, an einen Ort fesselte. Nur war diese Frau genau so abenteuerlustig wie ich.
Und nachdem wir den Bund der Ehe geschlossen hatten, ging das Wandern weiter.
Siggi (Sigrid) ist der Name meiner Frau, die an einem kalten Novembertag im
Ruhrgebiet das Licht des Lebens erblickte. Als Geschäftstochter wohl erzogen,
war ihr Leben eigentlich vorprogrammiert. Der Gedanke an Meer und Salzwasser
ging nicht über das Schwimmbad hinaus — bis sie von ihrer Verwandtschaft nach
Kanada eingeladen wurde. Ihr Schiff war ein regelrechter Passagierdampfer mit
einer Einzelkabine für sie. Damit aber endete der Luxus, denn ihre Überfahrt
glich einer Höllenfahrt. Sie schwor, niemals wieder so ein „wackeliges
Ding“ zu betreten. Man ahnt, dass ich es nicht leicht haben werde, sie für
ein „wackeliges Ding meiner Art“ zu interessieren.
Kanada wurde ihr Traumland — welches sicher viel Traum verloren hätte, hätte
sie geahnt, welcher unvernünftiger Vagabund sie einmal einfangen sollte!
Siggi (Sigrid)
„Was für ein Blödsinn!“ sagte ich, als mich Hein mit dem Plan einer
Weltumsegelung konfrontierte. Zum einen hatten wir kein Schiff, und schlimmer,
kein Geld um eins zu kaufen. Das waren sichere Argumente, um jeglichen Gedanken
an eine Weltumsegelung an den Nagel zu hängen. Dazu kam meine überzeugte
Abneigung gegen alles was schwimmt. Während meiner Überfahrt von Deutschland
nach Kanada habe ich zehn Tage lang meinen Mageninhalt (und vieles an
Substanz) den Fischen frei zur Verfügung gestellt. So grosszügig wollte ich
nie wieder sein. Ne, ne, sagte ich, schlag dir das aus dem Kopf oder du musst
allein segeln!
Der Ausruf „Blödsinn“ war Siggis Reaktion auf meinen Plan, der etwas mehr
Vorspiel verlangte, denn schliesslich fällt man nicht gleich mit der Tür ins
Haus und hofft willkommen zu sein.
So fing ich an nachzudenken, welcher Bootstyp für uns in Frage käme.
Etwas
Grosses stand erst einmal nicht zur Debatte; denn von vornherein war das Minimum
das Maximum, was wir uns leisten konnten. Ich erinnerte mich an ein Buch mit den
Titel Sopranino, das ich vor Jahren einmal gelesen hatte. Es berichtete
über ein Boot gleichen Namens, welches den Atlantik überquert hatte. Das
Boot hatte ein Länge von nur sechs Metern, aber Entwurf und Konstruktion waren
hervorragend. Entworfen wurde es von der erstklassigen englischen Firma Laurent
Giles & Partners.
Auf meine Anfrage erhielten wir einen dicken Brief, der alle Unterlagen über
dieses Boot enthielt. Auf dem Fussboden unseres Wohnwagens legte ich die Umrisse
des Bootes aus, so gut es möglich war, und ein paar Latten kennzeichneten die
Kojen und Pantry. Dass ich diese Arbeit in einem Wohnwagen — dessen Grösse
selbst schon mal beschränkt war—verrichtet hatte, war mein erster Fehler.
Du glaubst doch nicht, dass ich mit solch einem winzigen Kahn über den Huronsee
(einer von Kanada's Grossen Seen) fahre!
Keine Überredung half, meiner Siggi die Vorteile
dieses Entwurfes schmackhaft zu machen.
Meine Nachfrage über Pläne für ein etwas grösseres Boot beantwortete die
Firma mit einem Packen neuer Skizzen. Diese verdeutlichten ein Boot etwa
dreissig Zentimeter länger als das Vorherige, und 15 cm mehr Breite. An
und für sich geringe Unterschiede, die aber fast das Doppelte an Lebensraum
bedeuteten.
Ganz klar, dass ich dieses mal das Ganze mit mehr Fingerspitzengefühl ausführen
musste. Über ein 4 bei 8 Meter Holzgestell legte ich Sperrholzplatten — die
erste wirkliche Investition in das zukünftige Projekt — darüber Dachpappe,
und mit Kreide zeichnete ich alle Dimensionen genau nach Plan. Der nächste
Schritt war entscheidend, denn ich musste Siggi so konfrontieren, dass sie
wenige Mängel finden konnte.
Ich sagte „Mein Gott, ist das ein Riesenschiff, da können wir unsere ganze
Nachbarschaft einladen mitzusegeln!“
Dann segle du mit der Nachbarschaft, ich bleib Zuhause! Aber ich will kein
Spielverderber sein, für den Huronsee ist das Ding sicher geeignet.
Wir bestellten die Baupläne. Den Tag, an dem wir die Pläne erhielten, erinnere
ich als einen der schönsten in meinem Leben. Denn von dann ab hatten wir einen
Plan — der unser zukünftiges Leben in undenkbare Bahnen führen sollten. So
fing ich ganz sachte an ein paar Bretter zu kaufen, Schrauben, Nägel und etwas
Leim. Auch musste unser Segelgebiet nicht gleich die Welt sein. Der Huronsee der genau vor unseren Nasen lag, ist mit 30,000 Inseln ja
auch ein Abenteuer wert. Zuletzt wusste ich zu genau, dass in einer Frau wie
Siggi, die als junges Mädchen den Mut aufbrachte, allein in ein fremdes Land
auszuwandern, eine gehörige Portion Abenteuerlust schlummerte, die irgendwann
einmal meinem „Blödsinn“ folgen würde.
So kam es, wie es wohl kommen musste. Ich wurde überrumpelt.
Mit Leim und Schrauben fing es an. Danach folgten Forderungen: „Wir müssen
sparen, sparen, sparen!“ Mehr Holz, mehr Schrauben, mehr Leim, Takelwerk,
Fittings et cetera, etc. Nur wenn es um Rettungsringe und Notsignale ging, habe
ich nicht gemeutert. Das Einzige, das mich aus dieser Notlage befreien könnte,
wäre ein Kind. Aber das klappte auch nicht. Nichts klappte, diesen Mann von der
Besessenheit des Segelns abzulenken. Schlimmer, ich ahnte schon, dass der
Huronsee für ihn nur ein Vorspiel bedeutete. Irgendwie hat dieser Mann eine
Weltsucht.
Mit
einem Baum fing es an—für Spanten und d.g.
Bootbau
in einem Zelt
Genau so war es und ist es heute
noch. Mein Bestreben war und ist, die Welt zu erleben. Als einfacher Tourist
mit geringen finanziellen Mitteln ist das unmöglich; man braucht einen eigenen
fahrbaren Untersatz und Zeit. Nur dann hat man die Möglichkeit, unbegrenzt
Land und Leute zu erleben. Ein Segelboot ist solch ein „fahrbarer Untersatz“,
denn der Wind ist frei, (allerdings zu oft verbunden mit Schweiss und Enttäuschung)
und zum Selbsterhalt lebt man halt so wie es die Finanzen diktieren. Hier und
dort kann man ja auch mal einen Job suchen. Dass ich Siggi „überrumpelt“
habe, ist insoweit wahr, als ich stur meinen Kurs verfolgte; aber immer im
Bewusstsein, dass Siggi eines Tages das Erlebnis, mit einem kleinen Schiff die
Welt zu sehen, genau so hoch einschätzen würde wie ich es mir von vornherein
vorstellte. Ihre Aversion gegen alles, was Fahrtensegeln anging, ergab sich aus
Gründen wie: Seekrankheit, Stürmen, und dass wir nie wieder Land finden würden.
Das Dumme war, ich konnte noch nicht einmal zugeben, dass ich ausser
Seekrankheit dieselben Bedenken hatte.
Zum ersten Mal im Freien
Ich musste eingestehen, es war ein schmuckes Schiffchen, welches da im Hinterhof
langsam Form annahm, und es fiel mir immer leichter tatkräftig mitzuhelfen. Ich
überlege mir eben, wie viele Stunden ich wohl mit der Lötlampe um den Rumpf
getrabt bin; im tiefen Winter, wenn die Temperaturen zu niedrig waren, um den
Zwei-Komponenten Leim zu trocknen. Mitunter war es eigentlich eine sehr schöne
Zeit und ich wagte zu träumen. Nur wenn Hein davon sprach, unser ganzes „G’remp’l“
(bedenkt, bitte, er ist Oberlausitzer) zu verkaufen, wurde mir ganz elend zu
Mute. Wir hatten doch so ein schönes gemütliches Heim, und ich konnte mir überhaupt
nicht vorstellen, so etwas Exklusives, in dem man sich so mollig und geborgen fühlt,
für einen Raum einzutauschen, der nicht viel grösser als eine Hundehütte war.
So wie die Biber jede Nacht kamen, um an unseren Schuppen zu nagen, oder Bären,
die Nahrung suchten, kamen dann aber Interessenten, die für wenig Geld alles
nahmen, was wir über die vergangenen Jahre teuer erworben hatten. Als wir unser
Heim weggaben, habe ich geweint. Und meinem starken Mann, der stets meinte, „Alles
ist entbehrlich, wenn es um ein Ziel geht“, ging es nicht viel
besser.
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